Resilienz

Was kann Impulskontrolle zu Ihrem beruflichen Erfolg beitragen?

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Was ist Impulskontrolle?

„Unter Impulskontrolle versteht man eine der sieben Fähigkeiten, die zu einer guten Resilienz beitragen. Es geht bei der Impulskontrolle darum, auch dann die Kontrolle über das eigene Verhalten zu behalten, wenn Emotionen einen zu einem anderen Verhalten drängen.“[1] Im Alltag ist die Impulskontrolle vor allem dann bedeutsam, wenn es um die Erledigung von eher unangenehmen Aufgaben geht, die im Alltag eines jeden Menschen anzutreffen sind, und die negative Spannungszustände auslösen.[2] Wir tun dies vielfach am Tag, wenn wir nicht einverstanden sind mit dem Verhalten unseres Kollegen, ohne dass wir ihn oder sie deshalb gleich anschreien. Stattdessen verhalten wir uns im Sinne einer guten Beziehung oder eines gedeihlichen Arbeitsverhältnisses kompromissbereit und freundlich und arbeiten weiter an dem Thema, das uns gerade beschäftigt.

Der Zusammenhang von Impulskontrolle und Emotionssteuerung

Emotionssteuerung und Impulskontrolle sind nicht gleichzusetzen, haben jedoch eine gemeinsame Wurzel:

„Es macht intuitiv Sinn, dass Emotionsregulation und Impulskontrolle eng miteinander verbunden sind, und unsere Analysen brachten dies hervor – Menschen, die stark auf dem RQ-Faktor der Impulskontrolle sind, neigen auch dazu, bei der Emotionsregulation hoch zu sein. Wir glauben, dass die Verbindung in diesen Bereichen besteht, weil sie ähnliche Glaubenssysteme in uns anzapfen. Wenn Ihre Impulskontrolle also niedrig ist, werden Sie Ihre erste impulsive Überzeugung über die Situation als wahr akzeptieren und entsprechend handeln. Dies führt oft zu negativen Konsequenzen, die Ihre Belastbarkeit beeinträchtigen können.“[3]

Erfolgsfaktor Impulskontrolle

Hoch resiliente Menschen sind in der Lage, insbesondere in Drucksituationen, ihre ersten Impulse sowie ihr Verhalten bewusst zu steuern. Sie sind jeoch auch dann dazu in der Lage, wenn es sich nicht um eine emotional aufgeladene Situation handelt. Hoch resiliente Menschen können ihre Impulse auch im Alltag kontrollieren und steuern. Sie lassen sich in einer Welt voller Reize und hoher Geschwindigkeit nicht Ihren ersten Impulsen ablenken, sondern verfolgen beharrlich ihre Aufgaben und Zielen weiter. Durch diese Fähigkeit, die auch mit Disziplin übersetzt werden könnte, erreichen sie eine hohe Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit. Diese Fähigkeit, diszipliniert an den Aufgaben und Zielen zu arbeiten, die man sich vorgenommen hat, ist im heutigen Berufsleben ein enorm wichtiger Erfolgsfaktor.

Denis Mourlane zitiert in diesem Zusammenhang, Professor Fred Malik:

„Fast alle der so häufig zitierten Begleiterscheinungen intensiver Arbeit, und beruflichen Leistungsdrucks, wie Stress, Hetze und Hektik, gesundheitliche Schäden und viele familiäre Querelen, lassen sich, so behaupte ich, auf Mängel in der Arbeitsweise zurückführen. An viel und harter Arbeit erkrankt man nicht so leicht, davon wird man müde. Man erkrankt an ineffizienter, sinn- und ergebnisloser Arbeit.[4]

Wenn die Impulskontrolle fehlt…

Wenn die Impulskontrolle nicht vorhanden ist oder ausfällt, kann dies fatale Folgen haben. Dazu zwei Beispiele:

Das Marshmallow-Experiment

Im sog. Marshmallow-Experiment wurden Kleinkinder einzeln in einen kleinen Raum gebracht, in dem ein anderer Forscher wartete. Der Forscher erklärte jedem Kind, dass er für ein paar Minuten gehen müsse, aber bevor er es tat, wollte er dem Kind ein Marshmallow anbieten. Das Kind könnte jetzt das Marshmallow essen, erklärte der Forscher. Aber wenn das Kind es aufessen und warten würde, bis der Forscher zurückkommt, würde er dem Kind ein zweites geben. Zehn Jahre später verfolgte Goleman die Kinder, die an dem Experiment teilgenommen hatten; Wer waren jetzt High-School-Senioren. Jene Kinder, die ihre Impulse kontrollieren konnten, die die Befriedigung eines Marshmallows verzögern konnten, um zwei zu bekommen, waren sozial und akademisch bedeutend besser. Hier ein Video dazu.

Das Foul des genialen Fussballers

Ein weiteres sehr bekanntes Beispiel für die Folgen eines Verlust von Emotionssteuerung und Impulskontrolle, war das Foul von Zinédine Zidane an seinem Gegenspieler Materazzi im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 2006. Zidane brachte sich (und seine Mannschaft?) damit um die Erreichung seines Ziels: des Gewinn der Fußballweltmeisterschaft in seinem letzten Spiel für Frankreich.[5]

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Quellen

[1 Zit. Denis Mourlane: Die innere Stärke wecken. In: managerSeminare know-how | Heft 200 | November 2014, S. 18

[2] Vgl. http://lexikon.stangl.eu/5535/impulskontrolle/

[3] Zit. (Übersetzung) Reivich, Karen. Der Resilienzfaktor: 7 Schlüssel zum Finden Ihrer inneren Stärke und zum Überwinden der Hürden des Lebens (Kindle-Positionen774-777).

[4] Vgl. Denis Mourlane, Resilienz. Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen, Göttingen, 2014, S. 50/51. Zitiert aus: Fredmund Malik, Führen. Leisten. Leben. Stuttgart, 2000, S. 325

[5] In der 109. Minute seines letzten Spiels wurde Zidane nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Auslöser für diesen Vorfall waren Beschimpfungen von Materazzi gegen Zidane, die Materazzi anfangs bestritt, aber einige Tage. Im italienischen Fernsehen später zugab..

 

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